| 16. Januar - 14. Februar 2010 |
| Tuning In - Deenesh Ghyczy Eröffnung: Freitag 15. Januar 2010 um 19:00 Uhr Geöffnet: Mo–Fr 11–18 h, Do – 20 h, Sa – 16 h Deenesh Ghyczys Protagonisten changieren zwischen Stille und Dynamik, subtil, hintergründig durch das malerische Raster – Ausstellung eröffnet am 15. Januar Ghyczys Figuren könnten etwas verbergen. Prismatisch geöffnet und gleichzeitig nach innen gewendet bewegen sie uns zur Einsicht, dass sie selbst, wie die Welt um sie herum, unerreichbar seien. Ihre entrückte, fragmentierte Erscheinung fängt unseren Blick wie durch einen Trichter ein und führt ihn in ein diffuses Unbewusstes. Die Welt in groben, vakanten Farben und sich auflösenden Formen zurücklassend. Der Künstler gleicht einem Steuermann, denn nur er ist in der Lage, die Szenerie einzupegeln, zu tunen und die Schichten der Wahrnehmung zu bestimmen, um uns anschließend durch sie hindurch zu geleiten. In seiner Werkgruppe „Tuning In“ verfolgt Deenesh Ghyczy ein ästhetisches Konzept der Kontingenz, einer gerichteten Offenheit, indem er versucht, seinen Bildakteuren eine besondere Freiheit zuzugestehen. Denn seine Figuren zeigen sich wie unter einer Glasschicht, lassen keine Konzentration auf eine bleibende Ansicht zu. Lichtbrechung und Streuung bestimmen die Szene. Die Perspektive auf das Bildgeschehen ist die Wirklichkeit, die sich durch den Akt des Wahrnehmens selber generiert. Ghyczy überlässt dem Betrachter eine angemessene Freiheit, die Gegenstände zu erfassen, mit einer kalkulierten Entgrenzung setzen wir die verschiedenen Sinneszüge immer wieder neu zusammen. Wie ein Kristall öffnet sich das Motiv, die Momenterfahrung vergegenwärtigt sich als eine Melange aus inneren und äußeren Eindrücken und Stimmungen. Diese Erfahrung des Gleichzeitigen bleibt für Ghyczy wesentlich. Subtil bewirkt das malerische Raster eine Distanz zum Objekt und verweist auf die Schichten unter einer psychischen Oberfläche. Diese Bewegung tangiert zudem die Sicht der Figuren auf sich selbst. Die Art und Weise, die Struktur des Blicks auf das Bild geht mit der nach innen gekehrten, selbstreflexiven Haltung der Portraitierten einher. Die suggerierte Bewegungssequenz der Abgebildeten mündet trotz ihrer Dynamik, und das ist ein bemerkenswerter Kunstgriff, in eine breitbändige Stille. Die Ambivalenz bleibt letztlich siegreich. Denn
Ghyczys ausgeglichene Kompositionen beschreiten stets den Weg von Balance und Absinken, von Erfassen und Neuorientierung, von Erkenntnis und Latenz. Die Form ist zerbrochen, die Einheit aber
bleibt. Denn wie unsere Wahrnehmung besteht die Grundform jedes Bildes aus einer Einheit von Vergangenheit (Narration), Gegenwart (Sehen) und Zukunft (Projektion). Diese Einheit ist bei Ghyczy in
einer beschwingten Balance und das Rätsel der Protagonisten wird an uns weitergegeben und zwar in einem unendlich erscheinenden Spektrum des Sehens und Projizierens. Der blinde Fleck auf der
Netzhaut ist bei Ghyczy als Metapher zu verstehen, der den unsichtbaren Ablauf der Anschauung sichtbar machen will. Er gerät an die Bildoberfläche in vielfacher Ausprägung, in einer
gleichberechtigten Sequenz von synchronen Erscheinungen. Deenesh Ghyczy, geboren 1970, Diepholz. Nach Übersiedlung in die Niederlande, dem Besuch der Gerrit Rietveld Akademie, Amsterdam und der Akademie der Bildenden Künste, Budapest lebt und arbeitet Deensh Ghyczy von 1992-2005 in Budapest. Neben Ausstellungen in Budapest war Deenesh Ghyczy mit seinen Werken u.a in Galerien in Köln, Bielefeld und Berlin vertreten. Seit 2005 lebt und arbeitet der Künstler in Berlin.
Ausstellungsdaten auf einen Blick:
Für Rückfragen: |
kulturreich Galerie Hamburg Wexstraße 28 20355 Hamburg www.kulturreich.de Für die Angaben zeichnet der Veranstalter verantwortlich. |
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