| Di 9. Februar 2010 um 20:30 Uhr |
| Einladung zum Filmabend Lene Markusen AFRIKA 2009 Mit Birol Ünel, Ute Hannig, Hedi Kriegeskotte. HDPro35. Dolby Stereo. 34 min. In sein Heimatland zurückgekehrt, sucht der ausgebrannte Entwicklungshelfer Falk seinen Seelenfrieden. Zwei Frauen versuchen auf unterschiedliche Weise ihn in seiner neuen Umgebung zu integrieren. In einem Netz aus Fürsorge und Gemütlichkeit wird der müde Falk aktiv: In einem Reintegrationsritual wird er instrumentalisiert – er übernimmt die Rolle der ausübender Instanz ihres Verbrechens. Etwas zu spät versteht er die Funktion seiner Tätigkeit und die Antwort auf seiner Fragen und Anklage lautet: ”Sich den Bräuchen anpassen oder das Land verlassen”. Zurück in der sogenannten Zivilisation, die nicht wieder zu erkennen ist, rückt Afrika näher – als Vorstellungs- und Parallelwelt, Trauma oder vergleichbare Realität. DIE INNERE MISSION 2009/ 2010. 16mm Farbe, 5.1 14min. Der Film unternimmt eine Reise durch Räume und Häuser in ländlichen Gebieten mit einer starken pietistischen Tradition. 13 Missionshäuser in Dänemark werden porträtiert. Anhand dieses Phänomens wird allgemeine Fragen nach Zugehörigkeit und kultureller Identität in der Region gestellt. Missionshäuser bieten seit mehr als 150 Jahren Obdach für die Bedürfnisse nach einem seelischen Zuhause und einer kulturellen Zugehörigkeit. Sie dienen als Bühne für private Erfahrungen und kollektive Erlebnisse. Das Verhältnis zwischen Film und Betrachter ist damit strukturell dem Verhältnis zwischen Häuser und Menschen der Gemeinde ähnlich – Abgrenzung oder Teilnahme ist keine eindeutige Entscheidung und schließt einander nicht aus. SKIZZE (ZU MENNESKET) 2005. Super 8, S/W . Stumm14 Min Der Film umkreist eine Geschichte. Sie versucht, eine Geschichte zu finden, zu fixieren, zu erzählen. Menschen sind im Zentrum: Choreografierte Gesten und alltägliche Bewegungen, Menschenmassen in Bewegung, öffentliche und intime Interaktionen zwischen Menschen. Ein Mann und eine Frau sind in verschiedenen Situationen zu sehen – als Fragmente einer Liebesgeschichte. Sie sprechen miteinander, doch der Film ist stumm. Durch die Montage wird die Aufmerksamkeit auf die Frage gerichtet, wie narrativer Dramaturgie entsteht, transportiert und dekonstruiert wird. GRAD 2004. 16mm. Farbe. Stereo. 22min. Durch eine seelische Trümmerlandschaft bewegt sich Markusens Film, der aus poetischen Bruchstücken in Einstellungen montiert ist, die parallele Geschichten gewagt sich kreuzen zu lassen. Vier junge Frauen ziehen durch St. Petersburg, treffen auf historische Gastalten, Erinnerungen und haben flüchtige Begegnungen mit schweigsamen Menschen. Durch ein bewusst ungeglättetes und manchmal wie improvisiert wirkendes Schauspiel verbindet Markusen die Theatralität der Bühne mit dem Film. Eingetaucht in düsteres Licht beleben ihre Figuren die Rückseite des Theaters, die Backstage-Orte des Alltages mit einer „Kinotheatralik“ (Gilles Deleuze über Jacques Rivette), die sich am Theater bemisst, um es zugleich zurückzuweisen. Markusen sorgt für eine Verknüpfung der Orte durch rätselhafte Handlungen, die wie Traumbilder im Gedächtnis bleiben. -Dirck Möllmann, aus expanding video, 2005. LENE MARKUSEN, geb. 1973 in Dänemark, lebt in Hamburg. 1997-2004 Studium an der HfbK Hamburg. 2005-2006 Stipendium an der Jan van Eyck Academie, NL. 2010 Hamburger Arbeitsstipendium für bildende Kunst. BLAU-Zimmer für Kunst und andere wird gefördert von der Behörde für Kultur, Sport und Medien. |
BLAU - Zimmer für Kunst und andere Admiralitätstrasse 71 Hinterhof 1.Stock 20459 Hamburg www.blau-zimmerfuerkunst.de Für die Angaben zeichnet der Veranstalter verantwortlich. |
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