25. März - 6. Mai 2017
time to sync or swim & Heatwave & NSU-Komplex auflösen

Eröffnung: Samstag 25. März 2017 um 17:00 Uhr
Geöffnet: Samstags und Sonntags 14 - 18 Uhr

Katrin Mayer & Eske Schlüters - time to sync or swim Martin Beck, Postanthropologische Habitate I & II Ulrike Müller – Heatwave NSU-Komplex auflösen: Tiefenschärfe von Mareike Bernien & Alex Gerbaulet Vorstellung der Förderpreis-Träger*innen 2017/18: Feministische Gesundheitsrecherchegruppe (Julia Bonn, Alice Münch, Inga Zimprich) und Vangjush Vellahu Eröffnung am Samstag, 25. März 2017, 17 Uhr (Zur Eröffnung bieten wir einen Busshuttle von den Bahnhöfen Itzehoe und Wrist an!) Ausstellung vom 26. März - 07. Mai 2017 Öffnungszeiten: Sa & So von 14 bis 18 Uhr sowie nach vorheriger Vereinbarung 22. April 2017: Vorträge und Performances von Discoteca Flaming Star, Christine Lemke, Hanne Loreck. Liebe Freund*innen des M.1, es geht los! Wir möchten Euch / Sie ganz herzlich zur Eröffnung am 25. März von gleich 5 Ausstellungen und Präsentationen einladen, die bis zum 07. Mai im M.1 zu sehen sein werden. Katrin Mayer & Eske Schlüters - time to sync or swim Wenn akustischer und bildlicher Raum nicht mehr in gewohnter Weise zueinanderstehen, uns Geräusche nahe kommen, für die wir kein angemessenes Bild vor Augen haben und Materialien, die wir in den Händen halten, unsere Sinne auf die Probe stellen, kann dieses Befremden einen Rausch der Empfindungen und Gedanken in Gang setzen, in denen uns das Nicht-Vertraute greifbar nahe kommt und andere Ordnungen anbietet. Auf eine besondere Weise gelingt das der visuell wie akustisch erlebbaren Installation time to sync or swim von Katrin Mayer und Eske Schlüters. Die Zusammenarbeit der beiden nimmt Virginia Woolfs Orlando (1928) auf, in der die Protagonst*in durch vier Jahrhunderte reisend mehr als ein Geschlecht annimmt; sie webt dazu ein Geflecht digitaler Identitätskonstruktionen entlang der sogenannten Otherkin-Bewegung, welche auf der Internetplattform Tumblr über die Identifizieren mit anderen Wesen, Tieren oder Pflanzen eine große Ausdifferenzierung sexueller Orientierungen anstrebt. Martin Beck, Postanthropologische Habitate I & II Grundlage für time to sync or swim war Martin Becks digitales Archiv visueller und textueller Internet-Posts aus dem Kontext von Otherkin, Memes und Fails, die digitalisierte Körperlichkeiten verhandeln und das Ergebnis endloser Streifzüge durch Blogs und Plattformen wie Tumblr, 9gag, Imgur, 4chan sind. In der Ausstellung wird das Archiv des Berliner Philosophen von einem dreiteiligen Essay zu Krisen der Verkörperung begleitet. Ulrike Müller - Heatwave Vor einigen Jahren erklärte die in New York lebende Künstlerin Ulrike Müller ihren Bildern der Serie Heatwave (2010) den 1. Werksatz (1963-1969) von Franz Erhard Walther im Rahmen einer außergewöhnlichen Performance. Es war nicht nur befreiend, wie die Künstlerin mit ihren Bildern statt nur über diese, sondern wie Verhältnisse von Distanz und Nähe, aktiv und passiv für uns Betrachtende neu verknüpft wurden. Ihren eigentlichen Adressaten, den Bildern, waren diese Verknüpfungen sicher vertraut; lösen sich in diesen doch Körper und Formen immer wieder auf, formieren sich, gängige Zuschreibungen hinter sich lassend, zu etwas eigenem. Ulrike Müllers Bilder rufen trotz Abstraktion immer wieder Ähnlichkeiten mit eigenen Körperempfindungen und -konstruktionen hervor. Sie hat einige ihrer Malereien emailliert, so auch die ausgestellte Serie Heatwave. Dadurch bekommen diese nicht nur eine verführerische Haptik, sondern setzen sich in Bezug zu alltäglichen Gebrauchs- und Dekorationsobjekten. Für mich stellt sich aber auch eine zumindest kleine Verbindung zu den Produkten der leider nicht mehr produzierenden lokalen Keramik-Manufaktur Kupfermühle ein, die ich langsam zu entdecken beginne. NSU-Komplex auflösen: Tiefenschärfe von Mareike Bernien & Alex Gerbaulet Das M.1 unterstützt das NSU-Tribunal: NSU-Komplex auflösen. Das NSU-Tribunal findet vom 17.–21. Mai in Köln statt Es wird vom bundesweiten Aktionsbündnis NSU-Komplex auflösen getragen. Das Tribunal gibt den Perspektiven der vom NSU-Terror Betroffenen ein besonderes Gewicht. Es wird sich über die Veranstaltung in Köln hinaus vielfältig mit Formen von Rassismus auseinandergesetzt. Im M.1 wird es in den nächsten beiden Jahren dazu eine Reihe von Veranstaltungen, Materialsichtungen und Diskussionen geben, die wir gerne mit Euch / Ihnen gemeinsam erarbeiten. Falls Ihr interessiert seid, meldet Euch bitte bei uns! Zum Auftakt zeigen wir die Installation Tiefenschärfe (2016/17) der Berliner Filmemacherinnen Mareike Bernien & Alex Gerbaulet. Der Film untersucht Orte in Nürnberg, an denen der sogenannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) zwischen 2000 und 2005 drei Morde verübt hat. Es ist eine beobachtende Umkreisung, welche die Tatorte über ihre Umgebung kontextualisiert, in ihren Markierungen liest und ihre heutige Be- und Umnutzung zeigt. Das Bodenlose der Taten taucht als formales Element in der Bildsprache auf, indem die horizontale Bildachse immer wieder aus dem Lot gerät. Förderpreis-Träger*innen 2017/18 Vor zwei Wochen haben Suza Husse, Yvonne Wilhelm, Ulrike Boskamp und ich 93 zum großen Teil sehr anspruchsvolle Bewerbungen zum Förderpreis sorgfältig gesichtet und intensiv besprochen. Wir freuen uns, Euch / Ihnen nun die beiden ausgewählten Preisträger*innen in einer ersten kleinen Präsentation vorstellen zu können. Die Feministische Gesundheitsrecherchegruppe (Julia Bonn, Alice Münch, Inga Zimprich) befasst sich mit alternativen und kollektiven Ansätzen zur Gesundheitssorge, in dem die eigene Erfahrung und das eigene Empfinden eine Rolle spielen. Vangjush Vellahu setzt im Rahmen des Förderpeises sein Projekt Fragments fort. In Fragments werden Facetten eines kollektiven Gedächtnisses in den Blick genommen, wie es sich in häufig nicht anerkannten de facto Staaten in der Architektur und Landschaft einschreibt. Wir bieten einen Busshuttle von den Bahnhöfen Itzehoe und Wrist zum M.1 an. Interessierte melden sich bitte im M.1. Wir freuen uns auf Euch / Sie! HerzlichJoerg Franzbecker mit Ulrike Boskamp, Micha Bonk, Bettina Kruse, Jörg Hischke M.1 - Arthur Boskamp-Stiftung Breite Straße 18 25551 Hohenlockstedt www.m1-hohenlockstedt.de info@arthurboskamp-stiftung.de T +49 (0)4826 850110


Arthur Boskamp-Stiftung M.1
Breite Straße 18
25551 Hohenlockstedt
www.arthurboskamp-stiftung.de

Für die Angaben zeichnet der Veranstalter verantwortlich.

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