28. Februar - 8. März 2009
Dreams that money can't buy

Nadine Arbeiter
Cordula Ditz
Michael Gumhold
Alexandra Heide
Annika Kahrs
Susanne Stroh
Hoda Tawakol
Pablo Wendel



Eröffnung: Freitag 27. Februar 2009 um 19:00 Uhr
Geöffnet: Mo - Fr 16 - 19 Uhr, Sa 12 - 18 Uhr, So 12 - 14 Uhr



Name und Konzept der Ausstellung sind an den 1947 erschienenen Experimentalfilm von Hans Richter angelehnt. Die Rahmenhandlung des Films »Dreams that money can buy« ist die Geschichte eines Mannes, der entdeckt, dass er die Fähigkeit besitzt, Träume zu visualisieren und aus Geldnot beschließt, daraus ein Geschäft zu machen. Ähnlich wie Richter, der zur Realisation seines Films Max Ernst, Marcel Duchamp, Man Ray, Alexander Calder, Darius Milhaud und Fernand Léger einlud, jeweils eine Traumsequenz des Films zu gestalten, hat jede der vier Hamburger Künstlerinnen jeweils einen Gast eingeladen. Dreams that money can't buy ist der Auftakt einer Ausstellungsreihe, die nicht an einem festen Ort stattfinden wird, sondern immer wieder in unterschiedlichen Städten. Der Kontext der gezeigten Arbeiten wird dabei nicht nur durch den lokalen Zusammenhang, sondern vor allem auch durch das Prinzip der „Gast-Gastgeberschaft“ neu bestimmt.

Mit:
Nadine Arbeiter (Düsseldorf)
Cordula Ditz (Hamburg)
Michael Gumhold (Wien)
Alexandra Heide (Braunschweig)
Annika Kahrs (Hamburg)
Susanne Stroh (Hamburg)
Hoda Tawakol (Hamburg)
Pablo Wendel (Stuttgart / London)

Nadine Arbeiter beschäftigt sich mit männlicher Selbstdarstellung, wie z.B. der Surf-Legende Bunker Spreckels oder der ihres Nachbarn. Dabei bricht und hinterfragt sie die starken grafischen Mittel, die sie für ihre scheinbar klaren Bilder einsetzt, indem sie gerade diese beschwört. Die Plastizität der Körper wird platt gedrückt durch die gleichmäßige Flächigkeit der schrillen Farben.

Die Arbeiten von Cordula Ditz sind durch eine besondere Faszination für die Ästhetik des Unwirklichen und Unheimlichen geprägt. Dabei seziert sie die narrativen Strukturen und legt auf diese Weise den Blick frei auf Bildraumsysteme und auf Formen übersteigerter Selbstinszenierung. Dieser Prozess abnormer Ästhetisierung wird vorangetrieben von einer humorvollen Skepsis gegenüber der Repräsentation.

Michael Gumhold posiert. Er übernimmt gängige Bilder, Eindrücke, Atmosphären und Objekte aus dem Alltag und überführt diese in ein neues Stadium. Wie ein DJ bedient er sich eines vorgefertigten Materials und schafft neues. In vielen seiner Arbeiten präsentiert er sich als raffiniert-ironischer Sampling-Spezialist.

Alexandra Heide beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Seinszuständen, die sich in ihrer physischen Äußerung oft extrem darstellen, obgleich ihre Beweggründe dem nicht entsprechen müssen. Ihr geht es um ein Innen und Außen, und um die Schnittstellen. Mal ist der Körper Hülle, mal Schwelle. Dabei bedienen sich die Bilder Symbolen und Rollenmustern. Sie rezitieren und positionieren Alltägliches ebenso wie Kurioses.

Annika Kahrs findet den Ausgangspunkt ihrer Arbeiten meist in vorgefundenen Bildern und ihren dazugehörigen Geschichten. Dabei bedient sie sich aus den Kapitalien des kollektiven Bewusstseins und stellt hier die Frage nach dem Tatsächlichen und der Fiktion. Eine eindeutige Antwort gibt sie darauf jedoch nicht, sondern überlässt dies dem Betrachter.

Charakteristisch für die Arbeiten von Susanne Stroh ist das Prinzip der Wiederholung. Die meisten Arbeiten bestehen aus mehreren identischen handgefertigten Objekten oder dem immer wieder Ausführen ein und derselben Aktion. Diese ständige Wiederholung stellt die Konzentration auf den Prozess an sich dar.

Die Skulpturen und Collagen von Hoda Tawakol bewegen sich im Spannungsfeld der Gegensätzlichkeiten der verborgenen Aspekte der Psyche. Dabei spielt die Umformung von alltäglichen, oft genderspezifischen Materialien eine wesentliche Rolle. Gegenständliches transformiert sie dabei bewusst nicht in voller Konsequenz in die Abstraktion.

Der grundsätzliche Antrieb Pablo Wendels künstlerischer Interventionen scheint oft die Frage nach der Schnittstelle zwischen dem Menschen und seiner natürlichen oder gesellschaftlichen Umwelt, seinen Fantasien und deren Erprobung in der Realität zu sein. Hierbei bedingt die Idee das Medium. Die eigen gesetzten Fragestellungen löst er in seinen meist charakteristisch performativen Arbeiten, mit beachtlicher Konsequenz in der Durchführung und nicht selten auf eine subtil poetische Art.

mit freundlicher Unterstützung der Behörde für Kultur, Sport und Medien, Hamburg


Westwerk e. V.
Admiralitätstr. 74
20459 Hamburg
www.westwerk.org

Für die Angaben zeichnet der Veranstalter verantwortlich.

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