Veranstalterinfo Westwerk e. V.
Admiralitätstr. 74
20459 Hamburg


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Profil




Mehrspartenhaus der Künste


Seit 1985 arbeitet Westwerk als gemeinnütziger Verein zur Förderung und Präsentation junger Kunst, Musik, Performance, Literatur, Theater und Film aus dem In- und Ausland. Jährlich finden im Westwerk etwa 16 Ausstellungen statt sowie 20 weitere Veranstaltungen.

Eigensinn könnte als Motto für den gestalterischen Charakter des Programms stehen. Es sind die höchst eigenen Interessen und Erfahrungen der einzelnen Mitglieder, die auf kooperative und vernetzte Weise das vielfältige Spektrum der Veranstaltungen prägen. Jedes Mitglied ist Kurator: Breitgefächerte künstlerische Kompetenz und Neugier machen das Westwerk zu einem Mehrspartenhaus der Künste. Konstant über 20 Jahre ist ein lokales, nationales und internationales Netzwerk entstanden, welches den Austausch von Erfahrung und aktueller Information in der Kultur lebendig hält.


Offenes Kuratorenmodell

Die zurzeit 17 aktiven Mitglieder des Westwerk e.V. – Künstler, Musiker, Grafiker, Filmschaffende, Fotografen – arbeiten und wohnen in Ateliers in der Admiralitätstraße 74 und 75 und betreuen ehrenamtlich die öffentlichen Räume im Erdgeschoss. Alle anfallenden Aufgaben, ob Pressearbeit, Grafik und Website, Bauten und Instandsetzung, Licht- und Tontechnik, Dokumentation oder Verwaltung, werden von den Mitgliedern autonom und mithilfe eigener Infrastruktur geleistet. Der für externe Repräsentation und interne Organisation zuständige dreiköpfige Vorstand wechselt etwa alle vier Jahre.

Die offene Struktur von gleichberechtigten Kuratoren erlaubt jedem Vereinsmitglied, Ideen und Vorschläge für das laufende Programm aus seinem speziellen Berufs- und Interessenumfeld einzubringen, die gemeinsam besprochen und vorbereitet werden. Der Kurator ist dann für „seine“ Veranstaltung verantwortlich – von der Planung über die Ausführung bis zur Abrechnung. Dadurch kommt stets eine Vielzahl von Positionen zur zeitgenössischen Kunst, zur Musik, überhaupt zur kulturellen Präsentation und Vermittlung zustande, die das lebendige und offenherzige Programm von Westwerk ausmacht.

Prozess, Erfahrung, Austausch, Neugier, Kooperation und Spaß werden in dieser Arbeit groß geschrieben – und stehen in Kontrast zum herkömmlichen Galeriensystem, in dem nur eine begrenzte Anzahl von Künstlern das Programm umreißt. Im Westwerk haben inzwischen hunderte Künstler, Musiker, Performer, Schriftsteller oder Filmemacher ihre Arbeit gezeigt. Manche Namen sind heute weitläufig, andere sind unbekannt geblieben. Das Ziel aber war nie der Erfolg, sondern die Lust, kulturell anregender Arbeit einen Platz zu geben. Das offene Kuratorenmodell sorgt dafür, dass sich die Räume sowohl architektonisch als auch ideell immer wieder neu definieren.


Westwerk: Galerie und Konzertraum

Zur öffentlichen Präsentation verfügt Westwerk über zwei große Räume im Erdgeschoss des historischen Kontor- und Speichergebäudes. Die Westwerk-Halle ist ein ca. 150 qm großer, fast quadratischer, weißer Raum, der sich durch ein imposantes doppeltüriges Holztor schaufensterartig zur Admiralitätstraße öffnet. Dieser variabel ausgeleuchtete Raum wird für Ausstellungen, Konzerte, Performances und Theaterveranstaltungen genutzt und fasst bis zu 200 Personen.

Hinten zur Fleetseite gibt es einen langen, schmalen, hochragenden Raum von ca. 100 qm. Die Stimmung des Raums ist stark durch alte Schiffsdielen und zwei Fenster zum Fleet bestimmt; seine warme Akustik und Intimität eignen sich vor allem für Solokonzerte, Filmvorführungen, Lesungen und andere kleine Veranstaltungen mit bis zu 60 Besuchern.


Westwerk: Peripheres im Zentrum

Das Westwerk auf der Fleetinsel existiert als einziger öffentlicher Raum für „Off“-Kultur mitten im geschäftlichen Kern Hamburgs. In direkter Nachbarschaft finden sich das Hotel Steigenberger, sieben international tätige Galerien, zwei Kunstbuchhandlungen, eine Filmproduktion, drei Restaurants bzw. Bars und ein kleines Theater – eine Umgebung, die täglich einen Besucherstrom von Passanten und Kunstinteressierten gewährleistet. In den Wohnungen und Ateliers der Straße leben und arbeiten viele Künstlerinnen und Künstler. Nicht zuletzt durch die engagierte Arbeit von Westwerk, dessen Blick immer auf Kunst und Musik „zwischen den Zeilen“ gerichtet ist, ist die Fleetinsel zu einem atmenden Zentrum für zeitgenössische Kultur mitten in der Stadt gewachsen.


Finanzielle Situation

Das Programm von Westwerk e.V. wird seit 1988 durch die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert. Bis 2006 sind die laufenden Kosten des Vereins durch diese Fördermittel weitgehend gedeckt. Dank der von Hausbesitzer Dr. Hans Jochen Waitz konstant günstig gehaltenen Miete für die Veranstaltungsräume konnte in der Vergangenheit ein verlässlicher Teil der Fördermittel für das Programm verwendet werden. Ohne den freiwilligen Einsatz von Vereinsmitgliedern und eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern wären diese Mittel allerdings völlig unzureichend. Durch den Rückzug der Stadt aus der nicht-kommerziellen Kultur muss Westwerk ebenso wie alle anderen freien Künstlerinitiativen neue Finanzierungswege finden, um weiter autonom handeln zu können.


Stand: 28. September 2005

Für die Angaben zu Terminen, Adressen und Verantwortlichkeiten zeichnet der Veranstalter.

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