Kunsthaus Hamburg

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14. August - 16. September 2012 Anverwandlung.

Malerei und Zeichnungen von Shan Fan.

Architektur im Modell. Eine Schau ausgewählter Kulturbauten in China der Architekten von Gerkan, Marg und Partner

Eröffnung: Montag 13. August 2012 um 19:00 Uhr
Geöffnet: Di - So 11.00 - 18.00



"Ohne Titel", aus der Serie "Malerei der Langsamkeit", 2011, 180 x 180 cm, Öl auf Leinwand

Die in den letzten Jahren entstandenen großformatigen "Schwarzen Bilder" des zwischen Hamburg und China pendelnden Künstlers Shan Fan sind auf der Basis von Bambus-Zeichnungen entstanden. Mit der Verwandlung der natürlichen Erscheinung des Bambus in schwarze unruhige Bildstrukturen führt der Künstler einen nicht nur in China aktuellen Diskurs zwischen den Polen Abstraktion und Abbild weiter.

Nach dem Studium der klassischen chinesischen Tuschemalerei an der Akademie in Hangzhou von 1977 bis 1982 und der anschließenden dreijährigen Ausbildung bei dem in Hamburg lehrenden, auf Medienreflexion und politische Farbikonografie spezialisierten Professor K.P. Brehmer, hat sich Shan Fan als freier Künstler in mehreren Phasen seinem heutigen malerischen Programm genähert. Waren es zunächst Auseinandersetzungen mit der zeichenhaft informellen Bildsprache so wird um 2005 die elementare Industriewelt des Hafenbetriebs mit Kränen und Containern in gigantischen Ausmaßen durch gestischen Farbauftrag von Shan Fan ins monumentale Breitformat gesteigert und zugleich durch Menschenleere und Nichterkennbarkeit logischer Produktionsabläufe in Frage gestellt. In dieser Schaffensphase bestimmt das Verhältnis von jahreszeitlich formverändernden Naturprozessen und gestalteter Produktionsmaschinerie die Bildästhetik des Künstlers.

Dagegen erscheinen die seit 2008 entstehenden Bilder Shan Fans wie ein radikaler Bruch, sowohl thematisch als auch ästhetisch. Plötzlich überwiegen die Nichtfarben Schwarz und Weiß. Die Bilder zeigen ausschließlich die Bambuspflanze in ihrer biologischen Erscheinung: Als ganzer Halm mit Blättern, in Details immer näher gerückt wie mit dem Blick durch die Kamera, und schließlich die von dem natürlichen Auge nicht mehr erkennbaren Strukturen - wie wissenschaftlich mit dem Mikroskop untersucht. Die hier gezeigten monochromen Gemälde aus der jüngsten Schaffenszeit stellen eine neue Stufe von Shan Fans Erkundung des Wesens der Bambuspflanze dar.

Indem Shan Fan das Schwarz zum expliziten Medium von Ausdruck und Inhalt für mehrere Rezeptionsfelder zweier eigenständiger Kulturen wählt, schafft er Bilder der Vermittlung als Spiegelung seiner Biografie: Pendelnd zwischen den Welten West und Ost hat er durch Gründung von internationalen Lehrinstituten für Design, Kommunikation und Neue Medien Begegnungsstätten für Studenten und Lehrkräfte aus Deutschland, Europa und China eingerichtet. Für dieses, Kulturen verbindendes Engagement wurde er mehrfach ausgezeichnet mit Ehrendoktorwürden an Universitäten in Fernost und West sowie 2006 mit der „Medaille für Kunst und Wissenschaft“ der Freien und Hansestadt Hamburg.

Die Ausstellung mit den schwarzen Bambus-Bildern wird ergänzt durch eine Präsentation von Modellen der Architekten von Gerkan, Marg und Partner, die seit Jahren in China repräsentative Kulturbauten realisieren. Zu den wichtigen Bauten gehören das Maritim-Museum in Lingang New City, das Chinesische Nationalmuseum in Peking, das Grand Theater in Chongqing und das Museum für Kunst, Kultur und Wissenschaft in Changchun.

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