Kunsthaus Hamburg

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25. September - 28. Oktober 2012 Jan Meyer-Rogge "Balancen"

Eröffnung: Montag 24. September 2012 um 19:00 Uhr
Geöffnet: Dienstag bis Sontag von 11.00 bis 18.00 Uhr



Jan Meyer-Rogge, Gezeiten IV, 1987/88

Die Ausstellung „Balancen“ in der Barlach Halle des Kunsthauses zeigt Arbeiten des 1935 in Hamburg geborenen Bildhauers Jan Meyer-Rogge. Die Schau umfasst eine repräsentative Auswahl von mehreren schwergewichtigen Objekten aus Stahl und eine Anzahl von kleineren Modellen, die für die Ausführung in größerem Maßstab angefertigt wurden und zugleich eigenständige Werke darstellen. Seit 1988, als dem Künstler von der Hansestadt Hamburg der Edwin-Scharff-Preis verliehen wurde - zum zweiten Mal, nachdem Meyer-Rogge 1982 aus Protest über die Hamburger Kulturpolitik den Preis zurück gegeben hatte - im Rahmen einer großen Werkschau auf Kampnagel in der Halle K3, konnte man in Hamburg keine umfassende Präsentation der Arbeiten von Meyer-Rogge mehr sehen. Die Schau im Kunsthaus ist also die erste Einzelpräsentation der Werke von Jan Meyer-Rogge in Hamburg seit 24 Jahren. Um ein solches Ereignis zu erleben, musste man schon nach Ulm, Hagen, Mainz, Bremen, Paris oder Otterndorf fahren.

Wesentliches Kennzeichen der Arbeiten sind skulpturale Konstruktionen aus lose aufeinander gelegten elementaren Teilen, die nach dem Prinzip von Stütze und Last zusammen gehalten werden, in sich vollkommen stabil stehen, und doch durch bereits leichte Einwirkungen von Außen zusammen stürzen können. Anschauliche Symbolik gesellschaftlicher Verhältnisse, denen die permanente Gefahr einer Eskalation innewohnt. Zugleich manifestieren die von Meyer-Rogge hauptsächlich eingesetzten Materialien Holz und Stahl ein ausgeklügeltes Gleichgewicht von Natur und Technik, das vielen auch heute aktuellen Bezugsebenen Raum gibt.

Stütze und Last, Stabilität und Labilität, Präzision und Zufall, Kalkül und Spiel sind insgesamt bestimmende Kräfte der Kunstwerke von Meyer-Rogge, der in den 50er Jahre als Student bei dem Maler Karl Kluth an der Hochschule am Lerchenfeld lernte und um 1968 endgültig ins Fach der Bildhauerei wechselte - eine Zeit voller Unruhe und Umorientierung, des künstlerischen Experimentierens und des Aufbruchs in den Bildungsinstituten.

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