Kunsthaus Hamburg

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15. Juli - 31. August 2008 Stefan Panhans. Wh‘os afraid of 40 Zimmermädchen. EXTRA: Alicja Kwade

Eröffnung: Montag 14. Juli 2008 um 19:00 Uhr

Aus der langjährigen Kooperation der HypoVereinsbank mit dem Kunsthaus Hamburg ist ein neues Ausstellungsformat entstanden. Das Konzept der neuen Reihe "Jugend Kulturell/Bildende Kunst. EXTRA", sieht die dialogische Gegenüberstellung zweier künstlerischer Positionen vor und startet im Juli 2008 mit dem Hamburger Künstler Stefan Panhans, der die Künstlerin Alicja Kwade, aktuelle Trägerin des Berliner Piepenbrock-Förderpreises für Skulptur, eingeladen hat, an der Schau teilzunehmen.

Stefan Panhans (geb. 1967) untersucht in seinen Videoarbeiten und Fotografien die zunehmende Vereinheitlichung und Uniformität individueller Ausdrucksformen, Gesten und Verhaltensmuster durch die prägenden Standards einer globalisierten Unterhaltungs-, Musik- und Modeindustrie. Die subtile Mischung von Corporate Culture und Authentizitätsstrategien im Werk des Künstlers wirft beim Betrachter Fragen auf: "Was ist echt? Was ist Zitat? Was ist billig kopiert …?". Die Schau im Kunsthaus Hamburg vereint erstmalig drei Videoarbeiten Panhans" in einer Ausstellung "Sieben bis Zehn Millionen" (2004), "Glow" (2006), "Who‘s afraid of 40 Zimmermädchen" (2007) und präsentiert eine neue fotografische Werkgruppe, die einen Wechsel der Arbeitsweise von Panhans markiert. An die Stelle einer seriellen Auffassung des fotografischen Bildes in "Womit wird eigentlich vergoldet bei einem Waldüberfall frage ich mich gerade" (1999 – 2002) und "Red Light White Sands Black Palms" (2002-2007) tritt in den als Einzelbilder konzipierten neuen Arbeiten die subjektive Abbildung von Stimmungen und Atmosphären.

"Panhans bleibt mit seinen jüngsten Arbeiten den Orten seiner früheren fotografischen Erkundungen treu. Es sind mit den Flaniermeilen der Shopping-Malls und anderen künstlichen Landschaften hochgradig inszenierte Orte. Ihrem Charakter der Zur-Schaustellung entgeht man nur, indem man die Geschlossenheit der sichtbaren Repräsentation stört: motivisch durch die Fokussierung des Nebensächlichen und formal in der Ungeschicklichkeit, die in der Hochglanzwelt von Mode, Luxus und Reichtum einen verheißungsvollen Wert erhält."

"In den nun gezeigten, großformatigen Bildern haben sich die Menschen von der Szenerie zurückgezogen, und die Aufmerksamkeit hat sich auf Dingarrangements und Raumsituationen verschoben. Die Personage fungiert, wenn sie auftaucht, eher als Dekor, ohne dass jedoch diese Verdinglichung eigens zum zentralen Thema würde. Die Szenerien haben sich vielmehr ins Traumhafte verlagert. In der Tendenz sind diese Bilder surreal.

Als Charakteristikum der surrealistischen Photographie kann – folgt man Rosalind Krauss – gelten, dass sie das Wirkliche als ein sich automatisch hervorbringendes Zeichen seiner selbst zur Darstellung bringt. In diesem Sinne haben schon die früheren Serien von Panhans einen surrealen Zug, tauchen die Protagonisten doch vor allem in ihrer unwillkürlichen Bildwerdung auf, die nur noch abgelichtet werden muss. In den jüngsten Arbeiten wird diese spontane Verwandlung der Realität in eine originäre Repräsentation durch die gewählten Motive verdoppelt." Kathrin Busch, Auszug aus dem Katalogtext zur Ausstellung.

Alicja Kwade (geb. 1979) beschäftigt sich in den Medien Fotografie und Skulptur mit der Darstellung von Licht und Zeit, mit den Kriterien ihrer Wahrnehmung sowie mit den Wertigkeiten von Gegenständen, die diesen durch Glanz und Reflektion ihrer Oberflächen beigemessen werden. So werden Kohlebriketts zu Goldbarren, Kieselsteine zu Juwelen und so verwandeln sich Uhren vom Flohmarkt in verspiegelte, tickende Objekte.

"Das Uhrglas als konvex gewölbter Spiegel wirft nicht nur den Blick des Betrachters zurück und fängt den gesamten Ausstellungsraum ein, sondern versetzt auch die Arbeiten von Panhans in einen irrealen, vielleicht utopischen Raum." Kathrin Busch, Auszug aus dem Katalogtext. Eine Kooperation zwischen HypoVereinsbank und Kunsthaus Hamburg mit freundlicher Unterstützung durch die Hamburgische Kulturstiftung.

Zur Pressevorbesichtigung am Montag, den 14. Juli 2008, 11 Uhr, werden Stefan Panhans und Alicja Kwade anwesend sein.

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